TWS plant nachhaltigen Neubau in Ravensburg

07.11.2019 | Architektenwettbewerb entschieden: Jury prämiert sechs Entwürfe.

 

Josef Prinz (zweiter von rechts) und Corinna Oswald, beide vom Architekturbüro Prinz aus Ravensburg, stellten am 7. November 2019 ihren Entwurf für den künftigen Neubau der TWS im Rahmen eines Pressegesprächs vor. Der Jury gehörten unter anderem Nicolas Werckshagen, Fachbereichsleiter Planen & Bauen der Stadt Weingarten (rechts) und TWS-Geschäftsführer Helmut Hertle (Bildmitte) an. Projektleiter für den Architektenwettbewerb ist André Schute (links) von der TWS. Foto: TWS
Josef Prinz (zweiter von rechts) und Corinna Oswald, beide vom Architekturbüro Prinz aus Ravensburg, stellten am 7. November 2019 ihren Entwurf für den künftigen Neubau der TWS im Rahmen eines Pressegesprächs vor. Der Jury gehörten unter anderem Nicolas Werckshagen, Fachbereichsleiter Planen & Bauen der Stadt Weingarten (rechts) und TWS-Geschäftsführer Helmut Hertle (Bildmitte) an. Projektleiter für den Architektenwettbewerb ist André Schute (links) von der TWS. Foto: TWS

Interessante Ideen und spannende Ansichten brachte ein Architektenwettbewerb für den künftigen Neubau der Technischen Werke Schussental (TWS) in der Ravensburger Bahnstadt. 


Die Jury hatte am 6. November 2019 die Qual der Wahl: Aus 24 eingereichten Entwürfen wählte sie vier Preisträger aus und vergab zwei Anerkennungen. „Der Architektenwettbewerb war uns wichtig, denn wir wollen einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Areals zwischen Bahnhof und Innenstadt leisten – dabei legen wir einen hohen Maßstab in Sachen Nachhaltigkeit“, hält Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz GmbH, fest. Die Jury war mit Fachleuten besetzt: Neun Experten für Architektur und nachhaltiges Bauen sowie Verantwortlichen von Bauherr und der TWS-Anteilseignerkommunen, die den lokalen Blickwinkel einnehmen.


Ausgelobt hatte das Unternehmen den Wettbewerb europaweit im Juni 2019. Neben ansprechender Architektur waren auch eine ganze Reihe weiterer Vorgaben zu erfüllen: denn Zukunftsorientierung und Ressourcenschonung stehen für die TWS im Zentrum. Das neue Gebäude in der Georgstraße soll von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert werden und mindestens deren Standard „Gold“ entsprechen. Die Fachgesellschaft bietet ein eigenes Bewertungssystem in sechs thematischen Feldern, die unter anderem Aspekte wie die ökologische Qualität des Bauprojektes, dessen Lebenszykluskosten, die funktionale Qualität des Gebäudes sowie dessen Auswirkungen auf die Standortqualität konkret behandeln.

Näher an Kunden
Der Neubau, für den die TWS rund 10 Millionen Euro einplant, wird auf dem Grundstück Georgstraße 25 in Ravensburg entstehen. Notwendig wird der Bau, weil es im benachbarten Verwaltungsgebäude der TWS inzwischen zu eng geworden ist. Gemeinsam mit dem denkmalgeschützten Gebäude Georgstraße 27 soll die künftige Bebauung auf dem Areal ein Ensemble bilden. Im Neubau plant die TWS neben hochflexiblen und modernen Arbeitsplätzen für rund 85 Mitarbeitende ein eigenständiges Kundenzentrum mit separatem Zugang von der Ecke Georgstraße – Schussenstraße her. „Damit sind wir nahe an der Innenstadt und bei unseren Kunden. Auch an Bahn und Bus sind wir hervorragend angebunden“, schildert Helmut Hertle.

Hohes Sicherheitsniveau – nachhaltige Umsetzung
Das neue Rechenzentrum und eine eigenständige Leitstelle werden in einem besonders gesicherten Teil des Neubaus eingerichtet. Von dort aus wird die TWS Netz dann künftig die Strom-, Gas- und Trinkwasserversorgung überwachen und steuern, dazu zentrale Wärmeversorgungen, die Straßenbeleuchtung und Teile der Ravensburger Parkhäuser. Schon heute ist die Netzgesellschaft nach den strengen Anforderungen des Bundesamtes für Informationssicherheit zertifiziert. Als Betreiber sensibler Infrastrukturen legte die TWS Netz auch in den Auslobungsunterlagen des Architektenwettbewerbs besonderes Augenmerk auf die richtigen baulichen Voraussetzungen für Rechenzentrum und Leitstelle. Während die Kriterien für die teilnehmenden Büros in dieser Kategorie besonders streng waren, waren die Freiheiten bei den Aspekten Gestaltung und Nachhaltigkeit größer.

Nächste Schritte
Die Jury hat empfohlen, mit dem Siegerentwurf des Architekturbüros Josef Prinz aus Ravensburg in die Detailplanung zu gehen. Die Entscheidung treffen die Verantwortlichen des Unternehmens bis Anfang 2020. Der weitere Zeitplan sieht den Bauantrag im Herbst 2020 vor, den Baubeginn dann Anfang 2021. Der Einzug ist Ende 2022 geplant. Dem Bauvorhaben vorgeschaltet wird der Abriss des bisherigen Gebäudes Georgstraße 25 und die Sanierung der darunterliegenden Altlasten aus dem vorigen Jahrhundert. 


Ausstellung der Architektenentwürfe

Doch zuvor lädt die TWS die Öffentlichkeit nochmals in die Georgstraße 25 ein: Sie stellt die insgesamt 24 eingereichten Architektenentwürfe aus dem Wettbewerb bis einschließlich 27. November 2019 aus. Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag jeweils zwischen 8 und 17 Uhr frei zugänglich. „Nachhaltiges Planen und Bauen ist eine spannende Sache. Wir freuen uns über Besucher und das Interesse der Bürger. Denn wir sind für die Menschen im Schussental da – auch mit und im neuen Gebäude“, hält Helmut Hertle fest.

Diese Entwürfe wurden prämiert:
1. Preisträger: Josef Prinz Architekturbüro aus Ravensburg
2. Preisträger: Hermann Kaufmann/Querformat aus Schwarzach/Dornbirn
3. Preisträger: Harris & Kurrle Architekten aus Stuttgart
4. Preisträger: LRO Lederer + Ragnarsdòttir + Oei Architekten aus Stuttgart

An folgende Teilnehmer wurden Anerkennungspreise vergeben:
Günter Hermann Architekten aus Stuttgart
Cukrowicz Nachbaur Architekten aus Bregenz

Modell des Siegerentwurfs: Gemeinsam mit dem bestehenden Verwaltungsgebäude und dem denkmalgeschützten Gebäude Georgstraße 27 soll die künftige Bebauung auf dem Areal ein Ensemble bilden. Foto: TWS
Modell des Siegerentwurfs: Gemeinsam mit dem bestehenden Verwaltungsgebäude und dem denkmalgeschützten Gebäude Georgstraße 27 soll die künftige Bebauung auf dem Areal ein Ensemble bilden. Foto: TWS

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