05.05.2026 | Beitrag zur Klimafolgenanpassung und zur Lebensqualität
Zunehmende Hitzeperioden stellen Städte und ihre Bewohnerinnen und Bewohner vor wachsende Herausforderungen. Um diesen Entwicklungen aktiv zu begegnen und die Lebensqualität nachhaltig zu sichern, unterstützt die Stadt Bürgerinnen und Bürger bei der Umsetzung von Fassadenbegrünungen im Altstadtbereich.
Hohe
Temperaturen in Innenräumen beeinträchtigen das Raumklima und erhöhen die
Belastung für die Menschen. Gleichzeitig geben Gebäude nachts gespeicherte
Wärme ab, sodass sich dicht bebaute Gebiete kaum noch abkühlen können. Eine
wirksame Maßnahme zur Minderung dieser Effekte ist die Begrünung von Dächern
und Fassaden. Insektenfreundlich gestaltete Pflanzenflächen an Gebäuden
reduzieren den Wärmeeintrag, spenden Schatten bei intensiver Sonneneinstrahlung
und sorgen durch Verdunstung für eine natürliche Kühlung. Dadurch wird der
sommerliche Hitzestress spürbar verringert und die Aufenthaltsqualität im und
am Gebäude deutlich verbessert. Darüber hinaus leisten begrünte Flächen einen
wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt: Insbesondere Insekten und
Vögel finden hier zusätzliche Lebensräume.
Gerade in
städtischen Bereichen, in denen wenig Raum für größere Grünflächen oder Bäume
vorhanden ist, bietet die Gebäudebegrünung großes Potenzial. Sie trägt zur
Vernetzung bestehender Grünstrukturen bei, verbessert das Mikroklima und wertet
das Stadtbild optisch auf. Begrünte Dächer und Fassaden wirken dabei wie
natürliche Klimaanlagen und unterstützen gleichzeitig die Luftreinhaltung.
Intensive Dachbegrünungen eröffnen zudem zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten,
etwa für Gartenflächen, Freizeit oder Erholung – ohne zusätzlichen
Flächenverbrauch.
Einfache Dach-
und Fassadenbegrünungen sind relativ kostengünstig, technisch ausgereift und
schnell umsetzbar. Zudem entfalten sie ihre Wirkung zeitnah nach der
Installation und benötigen kaum zusätzlichen Flächen – ein entscheidender
Vorteil in dicht bebauten Innenstädten.
Um
bodengebundenes Fassadengrün auf öffentlichen Flächen in der Innenstadt zu
fördern, bietet die Stadt Ravensburg Unterstützung bei der Umsetzung.
Bürgerinnen und Bürger, die in der Ravensburger Altstadt wohnen bzw. dort
Eigentum besitzen können diese anfragen. Bei der Förderung übernimmt Stadt
Ravensburg die Lieferung und die Montage der Kletter- oder Rankhilfe, die
Kosten der entsprechenden Pflanze(n) sowie die Pflanzung selbst. Der
Antragsteller genehmigt im Gegenzug die Anbringung der Rankhilfen an die
Fassade und übernimmt die Pflege der Pflanze.
Derzeit sind
etwa hundert Fassaden in der Altstadt begrünt. Am häufigsten gepflanzt wurden
bislang Rosen, Blauregen, Geißblatt, Weinrebe, Wilder Wein, Pfeifenwinde und
Efeu.
Wer Interesse
daran hat, seine Fassade in der Altstadt begrünen zu lassen, kann sich per
E-Mail an das städtische Umweltamt wenden unter umwelt(at)ravensburg.de. Bei der
Anfrage muss die konkrete Adresse angegeben werden. Auf Basis dieser Angaben
prüft das Umweltamt der Stadt Ravensburg eine mögliche Realisierung und schlägt
im Falle einer Zusage geeignete Pflanzensorten für den Standort vor.