10.06.2026 | Gemeinderat bringt Erschließung auf den Weg
Der Gemeinderat der Stadt Ravensburg hat am 27. April die straßenbauliche und kanaltechnische Erschließung des Gewerbegebiets „Karrer Nord“ einstimmig beschlossen. Die Kosten für den Straßenbau belaufen sich auf rund 2,12 Millionen Euro, für die Kanalarbeiten sind etwa 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Die Ingenieurleistungen wurden an das Ingenieurbüro Fassnacht aus Bad Wurzach vergeben.
Die öffentliche Ausschreibung der Erschließungsarbeiten ist
noch für Juni 2026 geplant. Der Baubeginn soll nach den Handwerkerferien
erfolgen. Die Fertigstellung ist – abhängig von den Witterungsverhältnissen –
bis Ende Sommer 2027 vorgesehen.
Grundlage der Maßnahme ist der Bebauungsplan, der bereits im
September 2025 als Satzung beschlossen wurde und seit dem 11. Oktober 2025
rechtsverbindlich ist.
Das Gewerbegebiet wird über die östlich verlaufende
Kreisstraße K 7981 angebunden. Eine zentrale Hauptachse sowie eine südliche
Nebenachse erschließen das Gebiet. Im Zuge der Maßnahme wird ein bestehender
Wendehammer im angrenzenden Gewerbegebiet zurückgebaut, um eine direkte
Anbindung an die neue Haupterschließung zu schaffen.
Die Straßen werden mit einer Breite von 6,50 Metern
ausgeführt und erhalten jeweils einen einseitigen Gehweg. Entlang der
Hauptachse sind Lkw-Stellplätze vorgesehen. Die konkrete Anordnung weiterer
Stellplätze in der Nebenachse wird erst nach der Grundstücksvergabe festgelegt.
Für den Fuß- und Radverkehr sind ergänzende Maßnahmen geplant: Der bestehende Radweg erhält im Einmündungsbereich eine Rotmarkierung, zudem wird im Bereich der Haupterschließung eine Querungshilfe für Fußgänger eingerichtet. Die zulässige Geschwindigkeit wird im Bereich der Einmündungen angepasst.
Eine bestehende Zufahrt von der Kreisstraße zum Autohaus Bauschatz bleibt zunächst erhalten, bis die Erschließung über die neuen Straßen möglich ist. Anschließend wird der bestehende Anschluss im Bereich der öffentlichen Flächen zurückgebaut und die Zufahrt ausschließlich über die Nebenachse geführt.
Im südlichen und westlichen Bereich des Plangebiets verläuft eine Fledermausflugroute. Zum Schutz der Tiere wird dort eine insekten- und fledermausfreundliche Beleuchtung mit besonders warmer Lichtfarbe eingesetzt. Zudem wird die Lichtpunkthöhe reduziert. In den übrigen Bereichen gelten die üblichen Beleuchtungsstandards für Gewerbegebiete.
Parallel zur Kreisstraße entlang des Geh- und Radwegs sowie zwischen den Parkflächen innerhalb des Gewerbegebietes werden Bäume gepflanzt. Ebenso in den unverbaubaren Grünflächen.
Die kanaltechnische Erschließung erfolgt über ein kombiniertes Misch- und Trennsystem. Schmutz- und ein Teil des Niederschlagswassers werden über den bestehenden Staukanal Lachen in Richtung Klärwerk Langwiese abgeleitet. Für unbelastetes Niederschlagswasser sind separate Regenwasserleitungen sowie Retentionsfilterbecken vorgesehen. Diese dienen der Rückhaltung, Reinigung und gedrosselten Einleitung in die Schussen. Insgesamt entstehen mehrere hundert Meter neuer Kanaltrassen sowie Rückhaltevolumen von rund 520 Kubikmetern. Im Zuge der Arbeiten werden zudem bestehende Leitungen verlegt oder ersetzt sowie alte bauliche Anlagen im Untergrund zurückgebaut.
Mit dem Beschluss zur Erschließung schafft die Stadt die
Grundlage für die bauliche Entwicklung und Vermarktung der Gewerbeflächen im
Gebiet „Karrer Nord“.