03.06.2026 | Im Jahr 1986 richtete die Stadt Ravensburg eine Stelle für einen Ausländerbeauftragten ein
Erster
Inhaber war Peter Ederer, der die Aufgabe von 16. Mai 1986 bis zum 30. April
2012 wahrnahm, bevor er in den Ruhestand ging. Bereits 2008 wurde die
Bezeichnung in „Integrationsbeauftragter“ geändert. Am 1. April 2012 folgte der
aktuelle Stelleninhaber Martin Diez seinem Vorgänger in dieser Funktion.
Im Laufe des Jahres 2015 entwickelte sich die bisherige
Integrationsbeauftragten-Stelle zu einer leitenden Position mit weiteren
Aufgaben, etwa im Bereich des Sozialen Dienstes. Grund war vor allem der rapide
Anstieg der Flüchtlingszuwanderung. Dadurch wurde es notwendig, zusätzliche
Stellen für Integrationsbeauftragte und Flüchtlingsaufgaben aufzubauen, die von
Landesmitteln gefördert werden.
Ravensburg als Oberzentrum im mittleren Schussental und im Landkreis Ravensburg engagiert sich seit Jahrzehnten für Integrationsarbeit. Von den gut 51.000 Einwohnerinnen und Einwohnern kommen aktuell rund 9.000 aus dem Ausland. Das entspricht einem Ausländeranteil von etwa 17 Prozent. Zusammen mit Aussiedlern, Spätaussiedlern und Eingebürgerten erhöht sich der Anteil der Menschen mit Migrationsgeschichte auf rund 35 Prozent.
Migrantinnen und Migranten haben die Entwicklung Ravensburgs
und Baden-Württembergs maßgeblich mitgeprägt. Ziel der Integrationsarbeit ist
es, dass sich alle Mitbürgerinnen und Mitbürger aus 129 Nationen willkommen und
angenommen fühlen. In den jährlich stattfindenden „Wochen der Internationalen
Nachbarschaft“ wird diese Vielfalt seit gut 40 Jahren sichtbar. Die
Veranstaltungsreihe fördert Begegnung, Interesse am Anderen und zeigt, welche
Chancen die Stadt für alle bietet.
Bereits 1971 richtete Ravensburg einen „Arbeitskreis für
Gastarbeiterfragen“ ein. 1979 folgte der „Beirat für die Belange der
ausländischen Mitbürger“. 1987 wurde dann der „Ausländerbeirat“ gegründet. Seit
1999 engagieren sich dort auch Vertreter der Aussiedler und Spätaussiedler,
weshalb das Gremium in „Beirat für Integrationsfragen“ umbenannt wurde. Hier
sprechen Migrantinnen und Migranten gemeinsam mit Gemeinderäten auf Augenhöhe
und arbeiten miteinander an Lösungen für stadtgesellschaftliche Entwicklungen.
Im Januar 2015 wurde Ravensburg für das Bundesprogramm
„Demokratie leben!“ ausgewählt. Die Stadt setzt das Programm als „lokale
Partnerschaft für Demokratie Stadt Ravensburg“ um. In diesem Rahmen wurden bis
heute mehr als 250 Projekte und Aktivitäten durchgeführt, die Demokratie,
Zusammenhalt und Zivilcourage stärken.
2008 wurde vom Ravensburger Gemeinderat ein kommunales
Integrationskonzept mit dem Titel „Integration in Ravensburg. Ziele und
Projekte für die nächsten Jahre“ einstimmig beschlossen. Darin werden Leitziele
wie Identifikation mit Land und Leuten, Sprachkompetenz, gleiche
Bildungschancen, Nutzung der Vielfalt als Wirtschaftschance, gesundes
Wohlbefinden, interkultureller Austausch und politisches Engagement festgelegt.
Integration gilt dabei als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.
Die kommunale Integrationsarbeit in Ravensburg hat sich in 40 Jahren etabliert und wirkt in alle Bereiche der Stadtgesellschaft hinein: Sie fördert Zusammenhalt, gelebtes Miteinander und Teilhabe. Die Stadt ist überzeugt, dass Integration eine Investition in die Zukunft ist. Gelingende Integration stärkt die Gesellschaft, wirtschaftliche Prosperität und soziale Stabilität – und damit profitieren letztlich alle Menschen in Ravensburg.