biotopverbund ravensburg

Modellprojekt Biotopverbund Ravensburg der Heinz-Sielmann-Stiftung

Mühlbachweiher
Mühlbachweiher

Modellprojekt Biotopverbund im Landkreis Ravensburg

Der Verlust der biologischen Vielfalt bewegt mehr und mehr die Menschen. Tier- und Pflanzenarten verschwinden, der Nutzungsdruck auf natürliche Lebensräume durch Siedlungsentwicklung und intensive Landnutzung steigt, natürliche Lebensräume sind in Gefahr.  Dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, ist Ziel des Modellvorhabens des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Kooperation mit der Heinz-Sielmann-Stiftung


Nach und nach soll im Landkreis Ravensburg ein Netz aus Lebensräumen (Biotope) für Tiere und Pflanzen entstehen, die miteinander vernetzt sind und so einen so genannten Biotopverbund bilden. 2018 wurden zunächst vier Modellkommunen ausgewählt, die als Vorreiter erste Ideen für ein Biotopverbundprojekt gesammelt und erste Maßnahmen umgesetzt haben. Neben der Stadt Ravensburg sind das die Städte Wangen und Leutkirch sowie die Gemeinde Schlier.


Nach Vorbild des von der Heinz-Sielmann-Stiftung initiierten "Biotopverbundes Bodensee" sollen 2018 und 2019 in den vier Modellkommunen erste Bausteine für einen Biotopverbund im  Landkreis Ravensburg umgesetzt werden. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und die Heinz-Sielmann-Stiftung stellen 1 Million Euro für die Vernetzung verinselter Lebensräume zur Verfügung. 


2018 wurden in den Modellkommunen zunächst konkrete Maßnahmen erarbeitet. Die geplanten Biotopverbundmaßnahmen erstrecken sich auf das gesamte Stadtgebiet einschließlich der Ortschaften. Dabei sind sowohl Maßnahmen an Still- und Fließgewässern als auch die ökologische Aufwertung von Wiesen, Weiden und Streuobstbeständen enthalten. Bei Letzteren wurden mit der Umsetzung bereits begonnen: Auf fünf städtischen Streuobstwiesen wurden Altbäume gepflegt und neue Streuobstbäume gepflanzt. 


Im Jahr 2019 geht es an die Umsetzung von weiteren ausgewählten Biotopverbundmaßnahmen als „Kick-Off-Maßnahmen“. Diese fördern die Vielfalt von Tieren Pflanzen und führen zu einer höheren Lebensqualität – auch für uns Menschen.


Mehr Informationen zur Heinz-Sielmann-Stiftung und Sielmanns Biotopverbund Bodensee finden Sie unter www.sielmann-stiftung.de/biotopverbund-ravensburg

Präsentation Biotopverbund im Landkreis Ravensburg

Präsentation des Modellprojekts Biotopverbund Ravensburg mit der Heinz-Sielman-Stiftung. Die Präsentation wurde am 13. März 2019 in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik der Stadt Ravensburg vorgestellt.


Biotopverbund Ravensburg Präsentation-Titelfolie

Präsentation Biotopverbund Ravensburg (PDF)

 

Projekte

Förderung der Streinkrebspopulation im Eckerschen Tobelbach

Mit dem Steinkrebs ist im Eckerschen Tobelbach in Ravensburg eine seltene Flusskrebsart zu finden. Die Bestände in Baden-Württemberg gehen stark zurück. Deshalb werden Steinkrebse nach der Roten Liste gefährdeter Arten als "stark gefährdet" eingestuft. Im Zuge des Modellprojekts zur Realisierung des landesweiten Biotopverbunds in Baden-Württemberg soll der Lebensraum durch artspezifische ökologische Maßnahmen so aufgewertet werden, dass eine stabile Populationen des Steinkrebses aufgebaut werden kann. 


Um das Steinkrebsvorkommen im Eckerschen Tobelbach zu fördern und zu stärken, wurden dort Ende Februar / Anfang März 2020 im Gewässerabschnitt zwischen der Gänshaldenstraße und dem Locherhofweg Artenschutzmaßnahmen eingeleitet. Sie sollen den Lebensraum für Steinkrebse verbessern. Dabei wurden innerhalb des Gewässers punktuelle Strukturen geschaffen, die den Ansprüchen des Steinkrebses an den Lebensraum entsprechen: Kies und Störsteine wurden eingebracht und Totholzstrukturen wie Wurzelstöcke, Pfahlreihen sowie Stamm- und Astmaterial wurden angelegt.


Mit dem Steinkrebs ist im Eckerschen Tobelbach eine seltene Flusskrebsart zu finden. Foto: Dipl.-Biol. Ralf Haberbosch

Mit dem Steinkrebs ist im Eckerschen Tobelbach eine seltene Flusskrebsart zu finden. Foto: Dipl.-Biol. Ralf Haberbosch

Mehr Artenvielfalt mit Wildblumen, Bäumen und Sträuchern am Dreiländerring

Ende Januar 2020 wurden im Bereich Burach und Dreiländerring in Ravensburg Maßnahmen eingeleitet, um Flächen für den Arten- und Biotopschutz aufzuwerten. Sie sind Teil des Modellprojekts zur Realisierung des landesweiten Biotopverbunds in Baden-Württemberg. Das Projekt wird vom Land und der Heinz-Sielmann-Stiftung getragen.


Übergeordnetes Ziel ist es, den bestehenden Freiraum ökologisch, gestalterisch und auf die Nutzer bezogen zu optimieren und zu entwickeln. Im Sinne der Biodiversität werden dabei Flächen geschaffen, die mit verschiedensten Wildblumenansaaten sowie Pflanzungen von Bäumen und Sträuchern in Siedlungsnähe für mehr Vielfalt sorgen. Das ist für den Artenschutz und die Nachhaltigkeit sehr wichtig.


Erstellt werden unterschiedliche Pflanzenstandorte und Lebensräume wie zeitweise überflutete Wassermulden, aber auch Lebensräume wie Trockenmauern, Totholzstrukturen und Überwinterungsmöglichkeiten für Eidechsen. Nistkästen und Insektenhotels tragen zu gezielten Artenschutzmaßnahmen bei. 


Ergänzt werden diese Maßnahmen durch pädagogische Konzepte. Damit will die Stadt Ravensburg Kindergärten und Schulklassen die Möglichkeiten bieten, ökologische Zusammenhänge vor Ort kennen zu lernen. Die Fäll-, Rodungs- und Bauarbeiten am Dreiländerring in Ravensburg sind ein Bestandteil dieser Maßnahmen. Bei den Arbeiten wurden Pflanzen, Tiere und Boden so gut wie möglich geschont. 


Wildblumen, weitere Bäume und Sträucher sollen mehr Vielfalt in Siedlungsnähe am Sonnenbüchel bringen. Foto: Stadt Ravensburg

Wildblumen, weitere Bäume und Sträucher sollen mehr Vielfalt in Siedlungsnähe am Sonnenbüchel bringen. Foto: Stadt Ravensburg

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