Sanierungsgebiet Östliche Vorstadt

Östliche Vorstadt Ravensburg

Sanierungsgebiet Östliche Vorstadt Ravensburg. Foto: Planungsbüro Groß

Sanierungsprogramm - "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ASP)"

Das Sanierungsgebiet wurde im Jahr 2005 in das klassische Stadtentwicklungs-Programm (SE-Programm) aufgenommen. Der Satzungsbeschluss erfolgte im Gemeinderat am 24.7.2006. Eine erste Gebietsweiterung erfolgte im Jahr 2007 mit Schwerpunkt in der Raueneggstraße und Holbeinstraße und im Jahr 2009 im Bereich des Baublockes Marktstraße/Burgstraße/Eichelstraße sowie im Bereich Burgstraße 14 und den Aufgangsbereichen von der Burgstraße zum Mehlsackplateau.

Für dieses Sanierungsgebiet wurde das so genannte vereinfachte Verfahren festgelegt.
Dies bedeutet, dass in diesem Sanierungsverfahren "Östliche Vorstadt" keine sanierungsbedingten Bodenwertsteigerungen nach § 154 ff Baugesetzbuch erhoben werden (Ausnahme: Für die im Jahr 2009 beschlossenen Erweiterungsbereiche Marktstraße/Burgstraße/Eichelstraße wurden die sanierungsbedingten Bodenwertsteigerungen im Sanierungsprogramm "Oberstadt II" erhoben).

Im Jahr 2009 wurde für den Bereich der Veitsburg und den Aufgängen zur Veitsburg ein gesonderter Förderantrag im Programm "Denkmalschutz West" (DSP) beim Land gestellt. Hier wurde im Jahr 2010 ein gesondertes Förderrahmenvolumen bewilligt und auf Ende 2016 abgerechnet (vgl. Beschreibung 2018 abgerechnete Sanierungsmaßnahme "Die Veitsburg").

Das klassische SE-Programm (städtebauliches Entwicklungsprogramm) wurde vom Bund ab dem Jahr 2015 nicht mehr weitergeführt. Die vorläufigen Abrechnungsunterlagen für diesen Programmteil wurden dem Land im Jahr 2014 für den Zeitraum 2006 – 2014 übersandt. Der dort abgerechnete Förderrahmen im SE-Programm für die Jahre 2006 – 2014 belief sich auf 6,833 Mio. € bei Landes/-Bundesmitteln von 4,1 Mio. €.

Die Vorlage der Abrechnung war Grundvoraussetzung, dass die Maßnahme Ende 2014 ins Bund-/Länderprogramm "Aktive Stadt – und Ortsteilzentren" (ASP) überführt wurde.
Die Abrechnung im alten SE-Programm wurde mit Abrechnungsbescheid des Landes vom 16.3.2016 anerkannt. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 25.6.2018 dieser Abrechnung in dem früheren SE-Programm zugestimmt.

Kurzbeschreibung Sanierungsgebiet

Die "Östliche Vorstadt" von Ravensburg ist im Stadtraum als eigenständige und historische Siedungseinheit sowohl für den Fremden wie auch für den Ravensburger selber aufgrund der fehlenden Ummauerung wie bei der historischen Altstadt nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Als langgestreckter, lockerer Gebäudeverband entlang des Mühlkanals ist die "Östliche Vorstadt" in diesem Bereich der städtebaulichen Siedlungseinheit der Altstadt gegenüber gleichrangig einzustufen. Das Gesamtgebiet ist heute durch Neubauten ergänzt und durch Veränderungen, insbesondere in der Wangener Straße, und durch den Verkehrslärm der Bundesstraße in Teilen stark beeinträchtigt.

Die "Östliche Vorstadt" wird geprägt von der Veitsburg, dem Flappachtobel und den großen beidseitigen Grünräumen als bewaldete Hangkanten. Durch die starke Bautätigkeit zur Jahrhundertwende und in der Nachkriegszeit ist insgesamt ein hochinteressantes städtebauliches Konglomerat unterschiedlicher Zeitschichten entstanden.

Förderrahmenvolumen, Bewilligungszeitraum, Verfahrensart

Bei dem neu beantragten und bewilligten Finanzvolumen bringt die Stadt 40 Prozent an Eigenmitteln, das Land und der Bund bringen 60 Prozent des bewilligten Finanzvolumens ein. Es müssen jährliche Fortsetzungsanträge beim Land gestellt werden.


Im seit dem Jahr 2015 laufenden ASP-Programm beantragter
neuer Förderrahmen - ab dem Antragsjahr Jahr 2020: 6,750 Mio. €
bisher bewilligter Förderrahmen: 3,750 Mio. €
davon Landes-/Bundesmittel: 60 Prozent bewilligt: 2,250 Mio. €


Derzeit ist ein Bewilligungszeitraum zur Abwicklung der Sanierungsmaßnahme bis zum 30.4.2023 festgelegt. Ob eine erneute Verlängerung bis zum 30.4.2025 notwendig wird, hängt u. a. maßgeblich mit der Umsetzung des großen Wohnungsbauprojektes im Rinkerareal mit dem Bau von ca. 300 stadtnahen Wohnungen, mit dem Bau eines viergruppigen Kindergartens und der Straßenverlegung und Umgestaltung der Rinkerstraße ab. 

Oberziele

Um das Gebiet aufzuwerten und in seiner prägenden Form zu erhalten, wurden unter anderem folgende Oberziele festgelegt:

  • Erhaltung der historischen Vorstadt als Gesamtensemble und Erhalt von Einzelgebäuden, die das Stadtbild prägen
  • Erhaltung und Sanierung der noch vorhandenen Mühlengebäude
  • Belebung der Ravensburger Vorstadt und Erhöhung ihrer Attraktivität durch Stärkung und Aufwertung der vorhandenen Mischnutzung sowie Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität
  • Umnutzung vorhandener Brachflächen und Nachverdichtung von Brachflächen insbesondere zum Bau von stadtnahen Wohnungen
  • Teilverbesserung bestehender Verkehrsprobleme, soweit dies in der Stadtsanierung möglich ist, u. a. die Verbesserung der fußläufigen Erreichbarkeit der Altstadt sowie Verbesserungen der Radwegeverbindungen

Laufende Projekte 2019 und geplante Projekte 2020 ff

  • Fertigstellung Hochbauprojekte im Beznerareal Holbeinstraße 30 – Beznerturm und Markthalle – Holbeinstraße 30-1 sowie Pförtnerhaus Holbeinstraße 32-2
  • Fertigstellung Umgestaltung der Flappachstraße im Restjahr 2019
  • Umgestaltung des 3. BA Holbeinstraße zwischen Holbeinstraße 22 - Holbeinstraße 32 Planung im Jahr 2019, Umsetzung im Jahr 2020 vorgesehen
  • Planung Verlegung Rinkerstraße und Übergangsbereiche Holbeinstraße – Rinkerstraße
  • Mitvorbereitung Großbauprojekt Wohnungsbauvorhaben Rinkerareal mit Bau von. ca. 300 stadtnahen Wohnungen, Bau eines viergruppigen Kindergartens
  • Überprüfung Machbarkeitsvoraussetzungen zum Bau einer Fußgänger- und Radwegebrücke auf Höhe Beznerareal über die Wangener Straße
  • Umsetzung Bauprojekt Sanierung Kulturdenkmal Leonhardskapelle in den Jahren 2020 -2022 nach Vorstellung Ergebnisse Durchführung Mehrfachbeauftragung im Jahr 2019
  • Umsetzung Bauprojekt Leonhardstraße 19 mit Baulückenschließung Leonhardstraße 15-19 in den Jahren 2020 - 2022 nach Vorstellung Ergebnisse Durchführung Mehrfachbeauftragung im Jahr 2019
  • weitere private Gebäudesanierungen mit Schwerpunkt Wohnraumschaffung und Wohnraumsicherung und Sanierung leerstehenden Wohnraums

Schwerpunkte der realisierten Projekte seit 2015 im ASP-Programm

  • Fertigstellung Umbau des ehemaligen AOK-Gebäudes Welfenstraße 2 - Mühlstraße und Ergänzung durch Neubauten. Hierdurch entstanden 31 stadtnahe Wohnungen, eine Bewohnergarage sowie eine Gewerbeeinheit.
  • Umsetzung Großprojekt Holbeinstraße 30-32 – Umnutzung Gewerbebrache ehemaliges Gelände der Maschinenfabrik Bezner – heute "Mühlenviertel" genannt

Die Firma Reisch Projektentwicklung GmbH und die BruderhausDiakonie haben nach der Durchführung eines städtebaulichen Ideenwettbewerbs und einer Investorenausschreibung die Liegenschaften Ende 2014 erworben. Das Bebauungsplanverfahren wurde in den Jahren 2015 - 2016 durchgeführt.

Holbeinstraße 32 – stadtbildprägendes Ziegelgebäude: 

In den Jahren 2017 bis 2018 wurde das Gebäude im Bestand saniert. Es sind dort 60 Arbeitsplätze ( in Werkstätten und im kaufmännischen Bereich) für Menschen mit psychischer Erkrankung entstanden. In den sanierten Räumen sind mittelfristig weitere 20 Arbeitsplätze denkbar für die Bewirtschaftung eines Cafés mit einem kleinen Nahversorgungsladen. Die offizielle Einweihung des Gesamthauses mit Werkstätten, kleiner Nahversorgungsladen und Cafe erfolgte am 9.1.2019.


Im Beznerareal entstehen weiter in den Neubauten Holbeinstraße 30/2,30/3 und 30/4 sowie Holbeinstraße 32/1 (Pförtnerhaus), Holbeinstraße 32/5 durch die Firma Reisch 54 Wohnungen sowie durch den Umbau des bestehenden Beznerturms durch eine Baugemeinschaft elf Wohnungen, somit zusammen 65 Wohneinheiten. Hinzu kommen noch zwei Gewerbeeinheiten in der bestehenden Markthalle – Holbeinstraße 30/1 sowie eine gewerblich genutzte Einheit im Erdgeschoss des Gebäudes Holbeinstraße 30.

In der Bewohnergarage entstanden 114 Tiefgaragenstellplätze sowie sehr viele Fahrradabstellplätze. Die Umsetzung des Projektes erfolgte/erfolgt in den Jahren 2016 bis Ende des Jahres 2019.

  • Die Umgestaltung der Saarlandstraße erfolgte in zwei Bauabschnitten nach Sanierung des Abwasserkanals in den Jahren 2016 und 2018, die Abrechnung wurde im Jahr 2019 vorgelegt.
  • Bis zum Jahresende 2019 wird in diesem Stadtbereich die Umgestaltung der Flappachstraße abgeschlossen.
  • Umbau und Sanierung weiterer Mühlengebäude (u. a. Holbeinstraße 16, Fertigstellung 8. BA Holbeinstraße 13) ) und Sanierung von weiteren privaten Wohngebäuden mit Schwerpunkt Wohnungssanierung, Wohnungssicherung, Behebung Wohnungsleerstand).

Suche

Kontakt

Stadtplanungsamt
Abteilung: Stadtsanierung
Telefon: 0751 82-248
Telefax: 0751 82-60248

Technisches Rathaus

Salamanderweg 22

88212 Ravensburg

 

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Öffnungszeiten
Mo, Di, Do, Fr09 - 12 Uhr
Mo bis Do14 - 16 Uhr

Kontakt

Architekturbüro Roland Groß
Sanierungsbeauftragter der Stadt Ravensburg
Telefon: 0751 28503130

Charlottenstraße 36
88212 Ravensburg
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